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MOBILITÄTSFORUM der Kfz-Innung Oberfranken - Ein voller Erfolg!

Diese Persönlichkeiten haben mindestens 30 Jahre lang als selbstständige Unternehmer ihren Betrieb geführt und wurden dafür mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet. Fotos: Stephan Herbert Fuchs Kulmbach

Die KFZ-Branche bleibt attraktiv

Trotz Diesel-Diskussion blickt die oberfränkische KFZ-Innung optimistisch in die Zukunft. Das wird beim Mobilitätsforum in Kulmbach deutlich.

Der Obermeister der oberfränkischen Kfz-Innung, Andreas Tröger, fordert eine Versachlichung der Diskussion in Sachen Diesel-Problematik. Die Diesel-Politik trage entscheidend zur Schwächung einer unserer Schlüsselbranchen bei, sagte Tröger beim oberfränkischen Mobilitätsforum in Kulmbach. Der Obermeister, der auch Vizepräsident des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern ist, bezeichnete den Diesel als extrem sparsame und kohlendioxidfreundliche Antriebsart.

"Der Diesel ist noch lange nicht tot", sagte Tröger. Die negative Stimmung stelle eine unverantwortliche Gefährdung von Arbeitsplätzen dar. Eigentlich müsste man meinen, die Hersteller sollten aktiv werden, doch in Wirklichkeit habe das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe mehr für den Diesel gekämpft als alle Hersteller zusammen.

Eine klare Absage erteilte der Obermeister auch erneuten Forderungen nach einem Tempolimit. "Es bringt fürs Klima nichts", meinte Tröger. Eine Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern auf den Autobahnen reiche völlig aus. Die Top-Qualität moderner Fahrzeuge zeige sich auch darin, dass sie mit entsprechenden Sicherheitsreserven für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind.

Nach den Zahlen von Geschäftsführer Torsten Leucht sind in Oberfranken 2018 genau 41 520 Fahrzeuge neu zugelassen worden, ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt liege der Kraftfahrzeugbestand im Regierungsbezirk bei aktuell 672 484 Autos, 1,39 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dennoch zeige die Diesel-Debatte offensichtlich Wirkung, sagte Leucht. Im Freistaat sei der Anteil der Diesel-Käufer um acht Punkte auf 35 Prozent gefallen, was dem Anteil von 2010 entspricht.

Alternative Antriebe legten zwar zu, blieben aber dennoch ein Nischensegment. Nur jeder hundertste Neuwagen sei ein Elektroauto gewesen, 3,6 Prozent waren Hybride mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor.

Laut Kfz-Innung sind in Oberfranken aktuell 11 240 Menschen im Kraftfahrzeuggewerbe beschäftigt. Dies entspricht einer Steigerung von über zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Positiv für das Kraftfahrzeuggewerbe sei die ungebrochene Attraktivität und Anziehungskraft der Branche für den Nachwuchs. So hätten die oberfränkischen Autohäuser und Werkstätten 2018 mit 1030 jungen Leuten Ausbildungsverträge zum Kfz-Mechatroniker abgeschlossen. Das seien fast fünfeinhalb Prozent mehr als noch 2017. Auch im Ausbildungsberuf Automobilkaufmann/-frau seien 65 neue Azubis eingestellt worden, was einer Steigerung von über eineinhalb Prozent entspricht. Damit verzeichneten beide Berufsbilder bereits im fünften Jahr in Folge steigende Ausbildungszahlen. Insgesamt bildet das Kfz-Gewerbe in Oberfranken zurzeit 1160 junge Leute in technischen und kaufmännischen Berufen aus.

Trotz aller Diesel-Turbulenzen blickt die Branche optimistisch in die Zukunft: Nach einem leichten Rückgang von Januar bis März setze sich die gesamte positive Entwicklung seit April fort. Seitdem sei auch wieder ein anhaltender Anstieg im Neu- und Gebrauchtwagenmarkt zu verzeichnen, sagte Geschäftsführer Torsten Leucht. "Wir brauchen uns mittelfristig keine Sorgen machen, dass uns die Arbeit ausgeht", betonte Obermeister Tröger.

Beim Mobilitätsforum wurden 14 Persönlichkeiten mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet. Sie alle haben das 65. Lebensjahr bereits vollendet und mindestens 30 Jahre lang ihren Betrieb selbstständig geführt. Die erfolgreichen Unternehmer sind: Robert Beck (Walsdorf), Siegfried Dippold (Rugendorf), Anton Dotterweich, Karlheinz Engert und Josef Redler (alle aus Bamberg), Waldemar Götz (Kulmbach), Ingolf Hauswurz (Bayreuth), Hubert Höpfner (Marktleugast), Hermann König (Oberkotzau), Lothar Löffler (Großheirath), Leopold Meder (Selb), Georg Müller (Hollfeld), Manfred Popp-Wirth (Gefrees) sowie Ludwig Schnurrer (Münchberg).

Bericht und Bilder Frankenpost Hof

Stephan Herbert Fuchs - Veröffentlicht am: 07. 07. 2019

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